Pünktlich nach 4 Wochen war das Bauamt der Camera mit der Prüfung der Bauunterlagen fertig und erteilte die Baugenehmigung. Allerdings wurde diese erst wirksam, nachdem noch einmal eine Gebühr von 165 € gezahlt wurde. Die Unterlagen und das Baubuch (livro de obra) werden dem Architekten zugeschickt. Das Buch muss dann auch noch bezahlt werden. Es dient dazu, dass eine berechtigte Person (z.B. der Architekt) den Baufortschritt und Abweichungen dokumentiert.

Am Donnerstag den 13.4. machten wir einen Bauvertrag mit dem Bauunternehmer bei einer Rechtsanwältin in Odemira. In dem Vertrag wurde der Preis, die Bauzeit, aber auch alle Besonderheiten (keine Stufen, besondere Anstrichfarbe -Silikat- …) festgehalten.

Am Montag, was wir kaum glauben konnten, begann dann bereits der Bau. Vom Grundstück waren erhebliche Mengen Erde zu entfernen, insbesondere dort, wo das Haus steht,für die Fundamente und die Bodenplatte.

Mit dem Standort der Garage – an der Grenze zum Nachbarn – gab es allerdings Probleme. Obwohl wir diesen Standort bei der Bauvoranfrage als auch bei dem Bauantrag mit dem Bauamt abgeklärt hatten, war der Nachbar der Meinung, dass dies rechtlich falsch ist und er dieser Standort nicht akzeptiert. Begründung: §59 im RGEU (Regimento Geral das Edificao Urbanas Seguintes). Dort steht, dass die Sonne unter einem Winkel von 45 Grad das Haus des Nachbarn erreichen muss.

Da sein Haus 3 m von der Grundstücksgrenze entfernt steht, darf an der Grundstücksgrenze der Baukörper nicht höher als 3 m sein. Nach einigem hin und her einigten wir uns darauf, dass die Garage 1 m von der Grenze errichtet wird und diese nicht höher als 4m ist, damit die 45 Grad eingehalten werden.

Eine Anekdote am Rande: Als die Angelegenheit zu eskalieren schien, tauchte die Polizei auf und kontrollierte die Baustelle bzw. schrieb die Daten des Bauunternehmers auf. Für uns jedenfalls ein großer Schreck.

Der Nachbar akzeptiert nun zwar unseren Bau, will aber sich trotzdem mit der Camara anlegen (Klage), weil er a) Rechtsanwalt ist b) immer rechthaben will ..., um so seinen bekannten „Status“ im Dorf zu Pflegen. Mal sehen was die Zukunft noch bringt (…)?

In diesem Zusammenhang machte er uns noch auf eine andere rechtliche Regelung aufmerksam, dass das Nachbarhaus sowieso 10m (7m + 3m) von seinem Haus zu stehen hat.

Vielleicht erfahren wir ja noch, was denn hier in Portugal so gilt.

Etwas Gutes hatte diese Auseinandersetzung aber auch,wir lernten Elizabeth – eine junge Portugiesin – kennen, die hier im Ort wohnt und als Übersetzungshilfe engagiert wurde. Sie betreibt in Boavista dos Pinheiros ein Restaurant „Bernado“ und uns herzlich eingeladen hat.

Der Bau selber (außer bei der Garage) machte in dieser Woche (Karfreitag und Ostermontag machte das Bauunternehmen Ferien) gute Fortschritte.

Die Erde wurde entfernt, Sand, kleine Steine (brita) und Eisen wurde angeliefert und zu unserer großen Überraschung kam am Donnerstagnachmittag die Betonpumpe und der Beton für die Gründung der Fundamente (Bodenplatte). Unsere Bodenplatte wird aus Gründen der Feuchtigkeit und des Wärmeverlustes über dem Boden errichtet, so dass ein Luftkasten verbleibt.

Eine aufregende erste Bauwoche. Gut das wir hier vor Ort sind und alles regeln können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bautrupp rückt an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eisenanlieferung

Sandanlieferung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Betonanlieferung und erste Lage.

 

 

 

 

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